FAQ Gemeinschaftliches Wohnen plus

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.


Soziale und kulturelle Nachhaltigkeit im Bauen und Wohnen

Die fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit beim Bauen und Wohnen konzentriert sich häufig auf die ökonomische und die ökologische Dimension des Prinzips. Berührt sind damit wichtige Fragen einer wirtschaftlichen Gebäudeplanung sowie z.B. Fragen des ressourcenschonenden Einsatzes von Baumaterialien und der Minimierung eines umweltbelastenden Verbrauchs natürlicher Ressourcen beim Wohnen.

Eine weitere, häufig vernachlässigte, Größe ist die soziale und kulturelle Dimension nachhaltigen Bauens und Wohnens. Diese Dimension berücksichtigt die Lebenskontexte und Lebensstile und damit verbundene spezifische Wohnbedürfnisse der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer, die in modernen Gesellschaften äußert heterogen ausfallen können. Gleichzeitig erfasst sie Orte für öffentliches und gemeinschaftliches Leben sowie die (infra)strukturellen und räumlichen Grundlagen die eine Partizipation und Teilhabe sozialer Akteurinnen und Akteure am gemeinschaftlichen Leben, an öffentlichen Gütern und an kleinen Lebenskreisen unterstützen bzw. ermöglichen.

Soziale Nachhaltigkeit entsteht immer dort, wo Menschen in soziale Netzwerke und Beziehungen eingebunden sind. Sie bildet einen Kontrapunkt zu Prozessen der Individualisierung, Isolierung und Vereinsamung von Gesellschaftsmitgliedern. Eine zentrale Dimension sozialer Nachhaltigkeit betrifft die Ausgestaltung von Wohnraum und Wohnumgebungen. Maßnahmen zur Schaffung von Wohnverhältnissen, die nachbarschaftliche Kontakte begünstigen, fördern und verstetigen, die Teilhabe und Teilnahme auch für ältere Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderung  ermöglichen, erzeugen soziale Nachhaltigkeit. Beispielgebend sind in diesem Zusammenhang Projekte des Gemeinschaftlichen Wohnens plus.

Unter Gemeinschaftlichem Wohnen plus werden Projekte des Gemeinschaftlichen Wohnens verstanden, die zusätzliche Angebote zur Beratung, Pflege und Unterstützung sowie Partizipation in ihr Konzept integrieren und damit bspw. Möglichkeiten eines längeren Verbleibs von Menschen mit Unterstützungsbedarf im Projekt schaffen. Mögliche plus-Bausteine sind Wohngruppen, Beratungsstellen, ambulant betreute Wohngemeinschaften, Nachbarschaftstreffs/-cafés, Quartiersbüros, Tagespflegeeinrichtungen und Nachbarschaftshilfe, die unmittelbar mit dem Wohnprojekt verbunden werden.

Plus Elemente bilden einen Nachhaltigkeitsbaustein in der demografiefesten Quartiersgestaltung. Indem sie Menschen im Alter ermöglichen, in der Mitte der Gemeinschaft wohnen zu bleiben und die dafür notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen, werden etablierte soziale Beziehungen in Quartier und Nachbarschaft erhalten und Fürsorgeverhältnisse auch jenseits der Familie gestärkt. Soziale und kulturelle Nachhaltigkeit beim Bauen und Wohnen zu berücksichtigen, bedeutet, den Herausforderungen des gesellschaftlichen und demografischen Wandels in den kommenden Jahrzehnten aktiv zu begegnen.

Nächtliche Versorgung im Quartier, ein Thema der Fachveranstaltung: Anders (als) gewohnt: Gemeinschaftliches Wohnen plus

Fachvortrag zum Thema Nachtversorgung, Nina Gust, Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg
Fachvortrag zum Thema Nachtversorgung, Nina Gust, Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg

 

Projekte des Gemeinschaftlichen Wohnens die plus-Bausteine integrieren schaffen Versorgungssicherheit am Wohnstandort und ermöglichen damit ein längeres selbstbestimmtes Leben in der eigenen Häuslichkeit. Einen wichtigen Baustein zur Versorgungssicherheit bildet die nächtliche Versorgung in Quartieren, dem noch immer viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Erfahrungen mit dem Thema Nachtversorgung gibt es u.a. in Hamburg. Nina Gust, Fachreferentin in der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV), stellte auf Einladung des FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V., im Rahmen der Fachveranstaltung Anders (als) gewohnt: Gemeinschaftliches Wohnen plus beim 12. Deutschen Seniorentag in Dortmund, Modelle zur Sicherung der nächtlichen Versorgung im Quartier vor, die derzeit in Hamburg entwickelt bzw. erprobt werden.

Hier geht es zum Vortrag von Nina Gust ->

Dokumentation Fachworkshop: Gemeinschaftliches Wohnen mit Versorgungssettings

Zum Thema „Gemeinschaftliches Wohnen mit Versorgungssettings – organisieren und finanzieren“ diskutierten auf Einladung des FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e. V., Bundesvereinigung am 07.03.2017 im Stiftungsdorf Gröpelingen der Bremer Heimstiftung Fachleute aus der Politik, der Wohnungswirtschaft, von Wohlfahrtsverbänden, Stiftungen, Pflegedienstleistern sowie andere pofessionelle Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich der Altenpflege und des Wohnens für ältere Menschen.

Tagungsdokumentation als pdf Dokument
herunterladen