Darstellung der Prozessqualität

Neben der Förderung der Projekte vor Ort werden im Modellprogramm die Prozessqualitäten der realisierten Projekte dargestellt. Hierfür werden transparent die Schritte eines gemeinschaftlichen Wohnprojekts – von der Idee über die Realisierung bis zur Bewertung von Ergebnissen – anhand der ausgewählten Praxisprojekte ausgewertet und bekannt gemacht. Hemmende und fördernde Faktoren zur Umsetzung gemeinschaftlichen Wohnens in den verschiedenen Phasen der Projekte werden dargestellt, aufbereitet und untersucht, um sie anderen Initiativen zur Verfügung zu stellen.

Rolle der Kommune

Das Modellprogramm nimmt insbesondere die Rolle der Kommune als Schlüsselakteurin zum Aufbau gemeinschaftlicher Wohnformen in den Blick. Ihre gestaltende und begleitende Rolle, auch als Initiatorin eines Projekts, wird unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen vor Ort analysiert. Dabei werden der Nutzen und die positiven Wechselwirkungen eines gemeinschaftlichen Wohnprojekts für das kommunale Leben mit dem Ziel des nachhaltigen Bestands eines Projekts identifiziert.

Inhaltliche Projekttypen

In den letzten Jahren entwickelte Formen des gemeinschaftlichen Wohnens haben neue Handlungsbedarfe zur Weiterentwicklung gemeinschaftlicher Wohnprojekte aufgezeigt. So besteht die Nachfrage, gemeinschaftliche Wohnformen für spezifische Zielgruppen zu entwickeln, die es bisher erst in Ansätzen gibt. Das Modellprogramm greift diesen Bedarf auf. Es werden folgende gemeinschaftliche Wohnformen mit innovativen Lösungen gefördert und deren Vorbildwirkung anhand von drei inhaltlichen Projekttypen aufgezeigt:

Projekttyp A: Selbständige Lebensführung älterer und hochaltriger Menschen im Quartier

Im Vordergrund dieses Projekttyps stehen gemeinschaftliche Wohnformen, die innovative Lösungen für die Selbstständigkeit und unabhängige Lebensführung im eigenen Zuhause ermöglichen. Der Modellcharakter zur Schaffung und nachhaltigen Sicherung von Pflege und Betreuung im Quartier bzw. Dorf durch ein gemeinschaftliches Wohnprojekt wird erprobt.

Projekttyp B: Bezahlbares Wohnen, besonders für Menschen mit niedrigem Einkommen

In diesem Schwerpunkt werden Modellprojekte zur Unterstützung von Initiativen gefördert, die vor allem den Zugang von Menschen mit niedrigem Einkommen in gemeinschaftliches Wohnen verbessern. Dabei handelt es sich um Projekte, die auf die Zielgruppe der Mieterinnen und Mieter ausgerichtet sind und deren Position stärken. Der Aufbau gemeinschaftlichen Wohnens, das eine soziale Mischung ermöglicht, steht im Vordergrund.

Projekttyp C: Inklusive, generationen- oder gendergerechte Wohnumgebung

Im Projekttyp C stehen innovative Projekte im Vordergrund, die in besonderer Weise einen Beitrag leisten, inklusive gemeinschaftliche Wohn- und Lebensformen zu entwickeln. Formen des gemeinschaftlichen Zusammenwohnens mit und für Personen mit einer Behinderung, einer psychischen Erkrankung oder für Flüchtlinge werden geschaffen. Sozialräumliche Strukturen werden aufgebaut, die Teilhabe am Gemeinwesen ermöglichen und die Personengruppen in ein „gemischtes“ Quartier integrieren.